Ruprecht Polenz:
Verteidigung der Demokratie beginnt im Kleinen

Einen sehr besonderen Gast durfte die Unabhängige Drolshagener Wählergemeinschaft UDW letzte Woche in einem nahezu voll besetzten Heimathaus in Drolshagen begrüßen.

Der Jurist Ruprecht Polenz, profilierter CDU-Bundespolitiker im Unruhestand und bekannt als reichweitenstarker Influencer im Dienst von Freiheit, Verantwortung und Vielfalt in den sozialen Medien, sprach über das kostbare Geschenk im demokratischen Deutschland leben zu dürfen. Das sei keine Selbstverständlichkeit, denn es gebe nur 24 vollwertige Demokratien auf der Welt, Tendenz zurzeit eher sinkend.

In diesen aktuell unruhigen Zeiten, in denen rechtsextreme Parteien, wie zum Beispiel die AFD, gezielt Vertrauen in unsere Gesellschaftsordnungen untergraben, meldet er sich als erfahrener und leidenschaftlicher Verteidiger unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu Wort, schreibt Bücher und wird bundesweit zu Vorträgen eingeladen.

Sein Buch „Tu was! Kurze Anleitung zur Verteidigung der Demokratie“ stand im Mittelpunkt des anschaulichen und lehrreichen Vortrags- und Diskussionsabends. Dieses Buch und sein Kinderbuch: Wer bestimmt auf unserem Hof?“ konnten am Büchertisch der Buchhandlung Dreimann erworben werden.

Verständlich und zugewandt erläuterte der Autor die Architektur unseres demokratischen Systems, welches uns seit dem Ende des 2. Weltkrieges Sicherheit, Frieden, Wohlstand und einen geachteten Platz in der Weltgemeinschaft geschenkt habe, berichtet die UDW

Er beschrieb mit großer Sorge, wie das Vertrauen in Politik und Institutionen in den letzten Jahren auch in Deutschland massiv von innen und außen untergraben werde. Viele Demokratien weltweit stünden unter Druck und er nannte als trauriges Beispiel die Entwicklungen in den USA unter Trump. Als größte Gefahren für unser System identifizierte Polenz den wachsendenden Rechtsextremismus, dessen Waffen unter anderem das Schüren von Misstrauen und Angst durch die gezielte und massenhafte Verbreitung von Desinformation seien. Von außen richteten die hybride Kriegsführung Putins sowie die Einflussnahme der Trumpregierung auf Deutschland großen Schaden an. Die Nähe der AFD zu Putin und zu Trump dürfe nicht unterschätzt werden. Auch hier sei Desinformation ein effektives Mittel um Vertrauen in Wissenschaft und in gemeinsame moralische Werte zu untergraben.

„Demokratien bleiben nur lebendig durch Vertrauen und aktives Mitmachen der Bürger*innen.“ erklärte der CDU-Politiker.

Ruprecht Polenz zeigte sich zutiefst davon überzeugt, dass Demokratien am allerbesten in der Lage sind, Antworten auf Krisen und Herausforderungen zu finden und Gesellschaften zukunftsfähig zu machen.

Den letzten Teil des Vortrags widmete Ruprecht Polenz den konkreten Möglichkeiten eines jeden in seinem Alltag aktiv zu werden.

Er nannte eine Fülle von Handlungsoptionen, wie zum Beispiel rassistischen Sprüchen zu widersprechen statt zu schweigen, sich in Nachbarschaft und Vereinen zu engagieren, wählen zu gehen, in eine der demokratischen Parteien einzutreten, an Demonstrationen gegen Rechtsextremismus teilzunehmen und vor allem Teilhabe und Mitsprache in Familien, Kitas, Schulen und in der Arbeit zu praktizieren.

Zum Abschluss betonte Ruprecht Polenz die große Wirkung des kleinen Wörtchens „Danke“ im Alltag. Sich in der Kunst des Bedankens zu üben, lenke den Blick auf das Gelingende, schenke dem Gegenüber Aufmerksamkeit und verbreite gute Laune!

Gute Laune und Zuversicht seien Feinde der antidemokratischen Populisten, die sich von Ängsten und Ressentiments nährten.

Anschließend beantwortete Ruprecht Polenz die vielen Fragen aus dem Publikum. Dabei betonte er, wie unerlässlich das konsequente Einhalten der Brandmauer gegenüber rechtsextremen Parteien in allen Parlamenten von der Kommune bis zum Bund sei. „Denn wer die Grundlagen unserer Demokratie nicht teilt, wer gar dieses Grundvertrauen in unsere Demokratie zerstören will, darf nicht auf Toleranz zählen, sondern muss mit dem Widerstand derer rechnen, die unsere Demokratie gegen ihre Feinde verteidigen wollen.“ mahnte Polenz.

Drolshagens Bürgermeister Uli Berghoff setzte durch seine Anwesenheit und seine Beiträge ein wichtiges Zeichen dafür, den Erhalt unserer demokratischen Grundordnung gerade auch auf kommunaler Ebene ernst zu nehmen. Um Ruprecht Polenz Besuch zu würdigen war er eigens aus Köln trotz anderer Verpflichtungen angereist.

Ruprecht Polenz leidenschaftliches Plädoyer für das zivilgesellschaftliche Engagement der Bürger*innen zur Verteidigung unserer wertvollen demokratische Grundordnung begeisterte und inspirierte das Publikum an diesem sehr besonderen Abend, wie die UDW berichtet.

Im gemütlichen Schankraumes des Heimathauses konnten die anregenden Gespräche mit dem Autor noch bis in den späten Abend hinein weitergeführt werden.

Die UDW bedankt sich herzlich bei Ruprecht Polenz und bei allen Gästen des Abends.


Kinder sind unsere Zukunft

Es ging in dem Vortrag um Sensibilisierung und Wissensvermittlung zum Thema Kindeswohlgefährdung und den Möglichkeiten diese zu verhindern bzw. abzuwenden.

Dabei bezog Lucia Stupperich die Anwesenden immer wieder mit ein, da alle auch mal Kind waren und jeder weiß, was in der eigenen Kindheit als stärkend empfunden wurde. Z.B. Anerkennung, gesehen werden, die Freiheit zu spielen, in der Natur, mit Freunden, ohne Termine und Druck.

Die Zuhörerinnen bekamen auch Informationen bezüglich der Vorgehensweise bei vermuteter Kindeswohlgefährdung, um als Bürger handlungsfähig zu sein. Auch der Blick auf die Zivilcourage und Kinderrechte, die immer noch nicht im Grundgesetz verankert stehen, wurde beleuchtet.

Das Thema ist gesellschaftspolitisch hochaktuell, und wir haben alle die Aufgabe und die Möglichkeit unsere Stimme für Kinder zu erheben, in der Verwandtschaft, im Bekanntenkreis usw. Wir können alle einen Beitrag leisten, dass sie gesund aufwachsen.
Denn aus starken Kindern werden starke Erwachsene!


Haushalt 2026

Die UDW-Fraktion hat dem vorgelegten Haushaltsentwurf zugestimmt. Die vorgesehenen Investitionen erachten wir als nachvollziehbar und notwendig. Im Rahmen unserer Haushaltsrede haben wir jedoch deutliche Kritik daran geäußert, dass die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren ihren Aufgaben in zahlreichen Bereichen nicht oder nur unzureichend nachgekommen ist. Hier erwarten wir nun eine klare Kehrtwende.

Im Zuge der Beratungen hat die UDW-Fraktion zwei Anträge eingebracht, die jeweils eine Mehrheit fanden. So konnte zum einen erreicht werden, dass der gut ausgestattete und sehr beliebte Spielplatz im Stadtpark künftig über eine Verschattung verfügt. Zum anderen werden im Haushalt Mittel bereitgestellt, um Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Mensa der Sekundarschule sowie der Turnhalle „In der Wünne“ zu installieren.


Unser Anspruch: Politik für Drolshagen

Bis zur Gründung der Unabhängigen Drolshagener Wählergemeinschaft (UDW) gab es in Drolshagen lediglich die zwei ehemals großen Volksparteien - immer mit der absoluten Mehrheit der “christlichen” Partei. Die UDW hatte es sich 1993 zur Aufgabe gemacht, diese Zwei-Parteienlandschaft mit fortschrittlicher und transparenter Politik zu bereichern. Unsere Grundpositionen lassen sich umschreiben durch die vier Begriffe:

umweltbewusst, weltoffen, bürgernah, sozial!


Stadtbad in Drolshagen

Die Stellungnahme der UDW-Fraktion zur beabsichtigten Schließung des Drolshagener Stadtbades vom 2. März 2024 finden Sie hier!